Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben ein umfangreiches Schutzkonzept für unsere Einrichtung ausgearbeitet, um Sie, Ihre Angehörigen und unsere Mitarbeiter zu schützen. Hierbei haben wir uns an den Vorgaben des Gesundheitsministeriums orientiert.

  

Schutzkonzept für Besuchsmöglichkeiten

I.             Ausgangssituation

Die weltweite Pandemie mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und der dadurch hervorgerufenen Erkrankung COVID-19 ist weiterhin nicht gebannt und die Anzahl der Infizierten, teilweise schwersterkrankten und verstorbenen Menschen immer noch zunehmend.

Besonders die Bewohner von vollstationären Pflegeeinrichtungen sind dabei eine besonders gefährdete Gruppe; ihr Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist überdurchschnittlich hoch. Darüber hinaus besteht bei Auftreten einer COVID-19-Erkrankung in der Einrichtung aufgrund der gemeinsamen räumlichen Unterbringung, der Teilnahme an gemeinsamen Aktivitäten und z.T. nahem physischen Kontakt bei pflegerischen, betreuenden und therapeutischen Tätigkeiten ein erhöhtes Risiko für den Erwerb einer Infektion. Diese Situation erfordert den Einsatz breitgefächerter Strategien für die Prävention des Auftretens und der Weiterverbreitung einer COVID-19-Erkrankung innerhalb der Einrichtung sowie nach extern.

 

II.           Voraussetzungen für eine Abweichung vom Besuchsverbot

Grundsätzlich ist in den stationären Pflegeeinrichtungen und den stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen das in Bayern erlassene generelle Besuchsverbot weiterhin in Kraft. Ausnahmen bestehen für nahe Angehörige (Angehörige des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister) oder einer weiteren festen Person (Bezugsperson).

Die Besuchszeiten sind in allen Fällen durch die Einrichtung festzulegen. Die Einrichtung kann insbesondere bei der Beurteilung eines möglichen Infektionsgeschehens Einschränkungen vornehmen und im Zweifel von ihrem Hausrecht Gebrauch machen.

Für die Besucher gilt eine Maskenpflicht (Mund-Nasen-Bedeckung, sog. Community-Maske), die diese grundsätzlich mitzubringen haben. Das Schutz- und Hygienekonzept der Einrichtung kann auch weitergehende Anforderungen aus Infektionsschutzgründen enthalten, etwa dass anstelle einer Mund-Nasen-Bedeckung ein Mund-Nasen-Schutz während des Besuches zu tragen ist.

Grundsätzlich sind die Angehörigen bzw. Bezugspersonen für die besondere Gefährdungslage in den Einrichtungen zu sensibilisieren und dafür zu werben, die Notwendigkeit eines persönlichen (anstelle eines virtuellen) Besuchs umfassend abzuwägen.

Nachfolgend sind deshalb Regelungen für unser einrichtungsindividuelles Schutzkonzept aufgeführt, welches das Ziel haben, das Infektionsrisiko für die Bewohner, die Mitbewohner sowie die Mitarbeiter in der Pflege, Betreuung und Therapie soweit wie möglich zu reduzieren. In der Organisation der Besuche ist die anfallende Mehrbelastung für die Mitarbeiter, welche durch diese besonderen Schutzmaßnahmen und Begleitung der Besuche eingebunden sind, zu berücksichtigen. Auch die Verfügbarkeit der Örtlichkeiten und der Einfluss auf die Tagesstruktur aller Bewohner darf in der Gesamtplanung nicht vernachlässigt werden.

 

III.         Regelungen zum Schutzkonzept gemäß 4. BayIfSMV

Grundsätzlich sind die Angehörigen bzw. Bezugspersonen für die besondere Gefährdungslage in den Einrichtungen zu sensibilisieren und dafür zu werben, die Notwendigkeit eines persönlichen (anstelle eines virtuellen) Besuchs umfassend abzuwägen.

 

A.            Besucherkreis

Aus Gründen des Infektionsschutzes ist der Kreis der möglichen Besucher auf nahe Angehörige / Bezugspersonen begrenzt.

 

B.           Besucheranzahl

Die Anzahl der gleichzeitigen Besuche pro Bewohner ist grundsätzlich auf eine Person begrenzt.

 

C.           Besuchsintervalle

Ein Ziel des Schutzkonzeptes ist es, einen Besuch regelmäßig, bis zu einmal täglich, ermöglichen zu können.

 

D.           Besuchsvorbehalt

Besuchsmöglichkeiten stehen unter dem Vorbehalt einer personellen Absicherung in der Pflege, Betreuung und Therapie der Bewohner. Besuche setzen besondere Schutzvorkehrungen voraus und müssen im Übrigen personell gut vorbereitet und begleitet werden. Beginnend mit dem Eintreffen des Besuchs, der Hygieneeinweisung und der Begleitung zum Besuchsort (Besucher nur im Außenbereich, im Ausnahmefall auch Besucher im Innenbereich) muss zu jeder Zeit gewährleistet sein, dass die Schutzmaßnahmen eingehalten werden können und die Versorgung der Bewohner dadurch nicht gefährdet wird.

 

E.            Zeitrahmen und -korridore

Die Besuchsdauer sollte möglichst 30 Minuten nicht überschreiten. Jeder Besuch ist grundsätzlich spätestens zwei Tage vorher telefonisch mit dem hierfür entscheidungsbefugten Mitarbeiter der Einrichtung (in der Regel die PDL, WBL oder verantwortliche Person der Sozialen Betreuung) abzustimmen. Der Zeitkorridor richtet sich nach den einrichtungsindividuellen Gegebenheiten. Zur besseren Planung sind feste Besuchskorridore einzurichten und diese an die Angehörigen zu kommunizieren.

 

F.            Sonstige Voraussetzungen

  • Jeder Besucher hat vor seinem Besuch angemessene Hygienemaßnahmen zu treffen. Während der gesamten Dauer des Besuchs besteht Maskenpflicht, in der Regel ist anstelle einer Mund-Nasen-Bedeckung ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu tragen.
  • Der Besucher ist beim Eintreffen in der Einrichtung durch einen Mitarbeiter der Einrichtung zu empfangen und in die erforderlichen Schutzbestimmungen (Hygieneregeln, Abstandsgebot, Maskenpflicht, Besuchsdauer, Aufsuchen der Besuchsstätte im Außenbereich usw.) einzuweisen.
  • Besuchern mit einschlägigen Symptomen ist das Betreten der Einrichtung nicht gestattet.
  • Der Besuch ist schriftlich auf einem Formblatt und zusätzlich im Dokumentationssystem zu registrieren.
  • Bei Auftreten eines meldepflichtigen Infektionsgeschehens haben jedwede Besuche zumindest bis zu einer erfolgten Abstimmung mit dem Gesundheitsamt zu unterbleiben.
  • Die Besucher halten sich grundsätzlich zur Minimierung des Ansteckungsrisikos im Außenbereich (im Ausnahmefalle auch im Innenbereich) auf.


G.           Regelungen des Schutzkonzepts für mobile bzw. bedingt mobilitätseingeschränkte Bewohner

Die als Besuchsorte geeigneten Bereiche müssen so dimensioniert sein, dass die gesetzlich erforderlichen Mindestabstände (mind. 1,5 m) jederzeit eingehalten werden können. Ein deutlich darüber hinaus gehender Sicherheitsabstand (mind. 3,0 m) wird von uns bevorzugt.

Zur jederzeitigen Einhaltung des Sicherheitsabstands zwischen Besucher und Bewohner sind entsprechende bauliche Voraussetzungen zu schaffen, bspw. ein oder mehrere Tische zwischen dem Bewohner und dem Besucher.

Um ein Unterschreiten des Sicherheitsabstands jederzeit zu vermeiden (z.B. im Falle eines plötzlichen Hilfebedarfs), ist die rasche Verfügbarkeit eines Mitarbeiters unserer Einrichtung für die Dauer des gesamten Besuchs sicherzustellen (in unmittelbarer Sichtweite).

Die Kontaktflächen sind nach Ende des Besuchs desinfizierend zu reinigen.

 

H.           Regelungen des Schutzkonzepts für immobile Bewohner

Für Bewohner, die aufgrund ihres körperlichen Zustands als überwiegend oder vollständig immobil zu betrachten sind und bei denen eine Rollstuhl- bzw. Pflegerollstuhlfähigkeit nicht gegeben ist, ist die Ermöglichung eines Besuchs auch aufgrund des in der Regel schlechteren Allgemeinzustandes und des nochmals erhöhten Risikos im Falle einer COVID-19-Erkrankung nur unter besonderen im Einzelfall festzulegenden Schutzmaßnahmen möglich.

Es sind hier vorrangig elektronische Kommunikationswege, z.B. mittels Telefon bzw. Videotelefonie (z.B. Skype) anzubieten.

 

08.05.2020

Dr. Markus Brückel